Viele Menschen nutzen ChatGPT inzwischen, um Produkte zu vergleichen, Dienstleister zu finden oder sich vor einer Entscheidung zu informieren. Für Unternehmen stellt sich damit eine neue Frage: Wie wird man in ChatGPT gefunden und als Empfehlung genannt? Dieser Ratgeber erklärt, was über die Quellenauswahl öffentlich bekannt ist, wo die Grenzen liegen und welche Maßnahmen realistisch Wirkung zeigen.
Zwei Wege, wie ChatGPT antwortet
Vereinfacht lassen sich zwei Situationen unterscheiden. Ohne Websuche antwortet ChatGPT auf Basis dessen, was das Modell im Training gelernt hat – dieses Wissen hat einen Stichtag und ist nicht immer aktuell. Mit aktivierter Suche ruft ChatGPT dagegen aktuelle Webinhalte ab und zeigt die verwendeten Quellen in der Regel als Links an.
Für Unternehmen sind beide Wege relevant: Langfristig zählt, wie Ihr Unternehmen im öffentlichen Web beschrieben wird. Kurzfristig zählt, ob Ihre Webseite bei einer Suche gefunden, gelesen und als passende Quelle herangezogen werden kann.
Welche Variante zum Einsatz kommt, hängt unter anderem von der Frage, den Einstellungen und der jeweiligen Version ab. Gerade bei Fragen nach aktuellen Angeboten, Öffnungszeiten oder lokalen Dienstleistern wird häufig eine Websuche ausgelöst, während allgemeine Wissensfragen oft ohne sie beantwortet werden.
Wie ChatGPT-Suche Quellen auswählt – was bekannt ist
OpenAI legt nicht im Detail offen, nach welchen Kriterien Quellen ausgewählt werden. Öffentlich bekannt ist, dass die Suchfunktion Webseiten abruft, dabei auch auf externe Suchanbieter zurückgreifen kann und für das Auffinden von Inhalten einen eigenen Crawler namens OAI-SearchBot verwendet, den Webseitenbetreiber über die robots.txt steuern können.
Daraus ergibt sich eine vorsichtige, aber praktische Schlussfolgerung: Inhalte, die technisch zugänglich, in gängigen Suchindizes gut auffindbar und inhaltlich klar auf eine Frage zugeschnitten sind, haben bessere Voraussetzungen, als Quelle genutzt zu werden. Eine Garantie gibt es dafür nicht.
Hinzu kommt, dass Antworten variieren können: Dieselbe Frage kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder mit leicht veränderter Formulierung andere Quellen und Empfehlungen hervorbringen. Einzelne Tests sind daher nur bedingt aussagekräftig – aussagekräftiger ist eine Beobachtung über mehrere Fragen und einen längeren Zeitraum.
Technische Zugänglichkeit prüfen
Der erste Schritt ist unspektakulär, wird aber oft übersehen: Prüfen Sie, ob Ihre robots.txt oder Sicherheitseinstellungen den Zugriff von Suchcrawlern unbeabsichtigt blockieren. Manche Hosting- oder Firewall-Konfigurationen sperren KI-Crawler pauschal, ohne dass das bewusst entschieden wurde.
Ebenso wichtig ist, dass zentrale Inhalte als Text im HTML vorliegen und nicht erst durch aufwendige Skripte geladen werden oder nur in Bildern und PDFs stehen. Was ein Crawler nicht lesen kann, kann auch nicht zitiert werden.
Inhalte, die Fragen direkt beantworten
Nutzer stellen ChatGPT meist vollständige Fragen, etwa „Welche Agentur in Wien hilft bei Google Ads?“ oder „Worauf muss ich beim Kauf einer Wärmepumpe achten?“. Inhalte, die solche Fragen klar, sachlich und vollständig beantworten, eignen sich besonders gut als Quelle.
Bewährt haben sich Seiten mit eindeutigen Überschriften, einer kurzen direkten Antwort am Anfang und vertiefenden Erklärungen danach. Konkrete Angaben – Leistungsumfang, Einsatzgebiet, Ablauf, Zielgruppe – helfen, Ihr Angebot einer Anfrage richtig zuzuordnen.
Achten Sie außerdem auf Aktualität. Datumsangaben, gepflegte Öffnungszeiten und aktuelle Leistungsbeschreibungen signalisieren, dass Informationen verlässlich sind. Veraltete Seiten mit nicht mehr gültigen Angeboten sollten überarbeitet oder entfernt werden, damit sie nicht als Quelle für falsche Antworten dienen.
Erwähnungen außerhalb der eigenen Webseite
Wenn ChatGPT nach Empfehlungen gefragt wird, fließen häufig mehrere Quellen ein: Vergleichsartikel, Branchenverzeichnisse, Fachmedien, Bewertungsplattformen oder regionale Nachrichtenseiten. Ein Unternehmen, das nur auf der eigenen Webseite über sich spricht, ist daher schwerer als relevante Option zu erkennen.
Sinnvoll sind gepflegte Einträge in seriösen Verzeichnissen, Fachbeiträge oder Interviews in Branchenmedien und echte Kundenbewertungen. Entscheidend ist Qualität statt Masse – gekaufte Linklisten oder künstliche Erwähnungen schaden eher, als sie nützen.
Für lokale Unternehmen in Wien sind zudem regionale Quellen interessant: Bezirkszeitungen, Stadtportale, Branchenverbände oder Veranstaltungsseiten. Solche Erwähnungen stärken den Ortsbezug und machen es wahrscheinlicher, dass Ihr Unternehmen bei Fragen mit regionalem Kontext als passende Option erkannt wird.
Konsistenz und Kontrolle Ihrer Markendarstellung
Prüfen Sie regelmäßig, wie ChatGPT Ihr Unternehmen beschreibt – mit und ohne Websuche. Häufige Probleme sind veraltete Angaben, falsche Standorte oder eine unvollständige Darstellung des Leistungsangebots. Die Ursache liegt oft in widersprüchlichen Informationen im Web.
Abhilfe schafft eine einheitliche Darstellung auf allen Kanälen: gleicher Firmenname, gleiche Adresse, gleiche Kernbeschreibung. Aktualisieren Sie Änderungen zeitnah überall, und dokumentieren Sie die Ergebnisse Ihrer Prüfungen, um Entwicklungen über die Zeit nachvollziehen zu können.
Checkliste
- robots.txt und Firewall auf blockierte Suchcrawler prüfen
- Wichtige Inhalte als lesbaren Text statt nur als Bild oder PDF bereitstellen
- Typische Kundenfragen mit eigenen, klaren Antworten abdecken
- Leistungen, Zielgruppe und Einsatzgebiet konkret beschreiben
- Einträge in seriösen Verzeichnissen und Fachmedien pflegen
- Unternehmensdaten auf allen Kanälen vereinheitlichen
- Regelmäßig testen, wie ChatGPT Ihr Unternehmen darstellt
